Heute hatte ich die große Freude als einziger Mann vor ca. 100 Assistentinnen über das Thema „Zukunft des Unternehmens“ in Österreich zu sprechen. Dies war für mich ein Debüt, denn vor dieser Zielgruppe hatte ich noch nicht gesprochen und war mir entsprechend unsicher, was diese an dem Thema interessiert.

 

Die Damen (und es gar tatsächlich keinen Mann) zeigten sich an dem Thema sehr interessiert und machten mir einen tatkräftigen, offenen Eindruck. Ebenso habe ich verstanden, dass keine Assistentin ergebnisorientiert arbeiten kann, wenn sie nur ein unklares Bild über die Zukunft – hier vor allem ihres Unternehmens – erhält.

Ebenso ist das Vertrauen in das Unternehmen nicht auf der besten Ebene, wenn die Absichten des Unternehmens nicht klar sind.

 

Allerdings habe ich auch gelernt, dass viele Unternehmen ihren Mitarbeitern (und gar ihren Führungskräften) dieses Bild nicht vermitteln können – aus unterschiedlichen Gründen, auf die wir an dieser Stelle nicht eingehen wollen.

 

Welche Möglichkeiten haben Unternehmen denn Ihren wichtigsten oder gar allen Mitarbeitern zu vermitteln, welches Verständnis über die Zukunft sie haben?

 

In Anlehnung an Peter Thiels Bild über die Zukunft (aus: Zero to One, 2014) lassen sich zwei Dimension der Klarheit über die Zukunft erkennen: Wissen und Einstellung zur Zukunft. Man kann entweder die Zukunft als etwas Konkretes betrachten oder als etwas Verschwommenes, Ungewisses. Im ersten Fall ist es Sinnvoll, die Zukunft zu verstehen und beeinflussen zu wollen. Im zweiten Fall ist man auf alles vorbereitet – und auf gar nichts. Statt eines Planes hat man im besten Fall einen Prozess zur Aufbereitung verschiedener Optionen.

 

Die Einstellung zur Zukunft ist hängt ab von kulturellen Faktoren. Egal ob Sie jetzt ein Individuum, eine Organisation oder eine Gesellschaft betrachten, sie können der Zukunft eher optimistisch oder pessimistisch entgegenblicken. Nach Ansicht von Optimisten bietet die Zukunft viele Möglichkeiten und sie wird ihren Kurs der positiven Entwicklung fortsetzen. Viele Statistiken (an dieser Stelle sei auf Max Roser verwiesen, der diese auf seiner Webseite „The World is our data“ veröffentlicht) verwiesen. Die Pessimisten wiederum glauben, dass das „goldene Zeitalter“ vorüber ist und nur noch eine trostlose Zukunft auf sie wartet – alles geht den Bach hinunter.

 

Wohlstand BIP

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Besonders schlimm wird dies dann, wenn man unkonkreter/diffuser Pessimist ist: es wird schlechter und wir wissen nicht was wir tun sollen. Dies ist nach Einschätzung von Thiel und anderen Experten insbesondere in der europäischen Gesellschaft häufig der Fall und sollte damit auch die europäischen Unternehmen betreffen.

 

Schöner ist natürlich die Position des konkreten Optimisten: die Zukunft wird besser als die Gegenwart, insbesondere wenn sie planen und etwas dafür tun (sprich: investieren). Ich habe eine positive und klare Vorstellung und vermittele. Die wichtigste Komponente dieser Position ist die Fähigkeit und Einstellung, sich aktiv mit der Zukunft zu beschäftigen.

Was können nun Mitarbeiter und Unternehmen tun, um eine solche Position zu erreichen?

 

Es gibt bestimmt einige Fürsprecher, mit der Motivation zu beginnen. Einen Beitrag zu einer positiven Einstellung zu leisten und diese zu beeinflussen. Meiner Meinung nach muss eine solche Einstellung von innen kommen oder gar über einen langen Prozess (wieder-) erlernt werden. Deshalb erscheint es mir sinnvoller, über die Wissensebene zu geben

 

 

Auf Rückfragen konnte ich folgende Vorgehensweise aufzeigen:

 

 

  1. Wissen über die Zukunft erlangen (sich mit Trends, Entwicklungen, Annahmen beschäftigen)
  2. Eine Vorstellung über die eigene Zukunft entwickeln (in Form der beschriebenen 3 Horizonte-Sicht)
  3. Diese Vorstellung mit den Mitarbeiter diskutieren (über ein interaktives Kommunikationsmedium wie beispielsweise Visualisierungen)
  4. Pläne zur Erreichung dieser Zukunft entwickeln und kommunizieren (und diese mit konkreten, sichtbaren Schritten verbinden)
  5. Diese schrittweise umsetzen (Ressourcen bereitstellen)
  6. Erste Erfolge (und Misserfolge) kommunizieren (in offenem Dialog)
  7. Neues Wissen über die Zukunft erlangen (den Kreislauf wieder bei eins beginnen).

 

Im Rahmen der Entwicklung unserer neuen Firma futureBase (darüber bald mehr) werden wir diesen Prozess detaillierter beschreiben und mit unseren Kunden realisieren.

Diese Vorgehensweise eignet sich für Einzelpersonen zur Gestaltung der eigenen Zukunft, für Gruppen und Teams, ganze Unternehmen und sogar für Gesellschaften. Oft fällt nur der Beginn schwer.

 

Ein wichtiges Fazit gehört einer Teilnehmerstimme: „Wir beschäftigen uns zu viel mit Vergangenheit und Gegenwart – und die Zukunft kommt immer zu kurz.“