Was verändert sich eigentlich und was bleibt gleich in unserem Wirtschaftsleben? Viele sind vom Begriff Change Mangement gelangweilt, aber es tut sich einfach sehr viel. Wenn man sich einmal nur ansieht, was sich im Zeitraum zwischen 2010 und 2015 alles verändert hat: wie niemals zuvor.

Ali Baba: ein Unternehmen macht Online-Umsatz von 14 Mrd. Dollar an einem Tag

Am Singles-Day (11.11.) kommen die Einzelgänger vor allem in nicht nur zum Daten zusammen, sondern es hat sich der größte Online-Shopping Tag entwickelt. Während Alibaba in 2010 noch einen Tagesumsatz von 0,14 Mrd. Dollar erzielen konnte, hat es in diesem Jahr einen neuen Rekord gegeben: 14,3 Mrd. US-Dollar setzte das Unternehmen an diesem Tag ab. Zur Orientierung: dies ist mehr als das doppelte was der größte Online-Händler Europas, der Otto Versand im gleichen Jahr umsetzt. Kein Wunder, dass Ali Baba – trotz eines Rückganges nach dem Börsengang weiterhin das wachstumsstärkste Unternehmen der Welt ist.

AirBnb: Anzahl der Übernachtungen um das 400fache gesteigert

2010 war online-Buchungen für Privatwohnungen noch in den Kinderschuhen. Im Sommer dieses Jahres waren es erst 47.000 auf der Online-Plattform AirBnb. Im warmen Sommer 2015 steigerte sich diese Zahl jedoch radikal: 17.600.000 Buchungen konnte das Unternehmen verzeichnen. Kein Wunder, dass etablierte Anbieter oder gar große Städte befürchten, dass sich der ganze Tourismus-Markt wandelt.

Smartphone-Durchdringung: ein Weltmarkt ist verteilt worden

Vor fünf Jahren hatten gerade einmal 18% der Weltbevölkerung ein Mobiltelefon, das mehr konnte als Sprechen und SMS – im Jahr 2015 sind es über 74%. Profitiert hat davon ein Unternehmen, das erst drei Jahre zuvor mit der Produktion eines solchen Gerätes begonnen hat: obwohl der Marktanteil von Apple in Verhältnis zu Marktführer Samsung und zu Softwareanbieter Google gering ist (ca. 15% in beiden Bereichen) kassiert das Unternehmen aus Cupertino 90% der Gewinne in diesem Markt – der von Samsung geht weiter zurück und Google gibt ja sowieso sein System kostenfrei. Und wenn wir schon dabei sind:

Apple: Alles mal 4 ohne neue Produkte

Im Jahr der iPad-Einführung betrug der Umsatz schon beeindruckende 65 Mrd. US-Dollar (das wahr ungefähr das Ergebnis von BMW). Fünf Jahre später hat das Unternehmen – das übrigens seitdem außer der iWatch kein neues Produkt mehr eingeführt hat, den Jahresumsatz auf 231 Mrd. Dollar gesteigert (BMW liegt übrigens bei ca. 85 Mrd. US-Dollar). Das Ergebnis nach Steuern liegt bei über 50 Mrd. Dollar (dem 10fachen von BMW). Kein Wunder, das sich auch der Unternehmenswert gut entwickelt hat: Während er 2010 schon immerhin bei 150 Mrd. Dollar stand konnte er Ende Dezember 2015 sich ebenso vervierfachen und das Unternehmen wurde mit 600 Mrd. Dollar – es war damit in 2015 das wertvollste Unternehmen der Welt (in 2010 war es übrigens Petrochina).

Apple – Entwicklung 2010-2015

Apple – Entwicklung 2010-2015

Ressourcen: alles was teuer war, war noch nie so günstig

Wenn man den meisten Prognosen in 2010 Glauben geschenkt hätte, wären die Investitionen in Gold und Öl eine tolle Anlage geworden. Genau das Gegenteil hat sich jedoch zwischen 2010 und 2015 verändert: der Ölpreis ist um 60% gefallen und der Goldpreis um 25%. Und auch die dritte wertvolle Ressource Geld ist in den fünf Jahren dramatisch günstiger geworden: die Zinsen auf deutschen Bundesanleihen sind von 3% auf 0,6% gefallen.

Medien: Social schlägt TV und Print

In kaum einem Bereich sind die Veränderungen so stark wie bei der Umverteilung des Medienkonsums. Während in 2010 Facebook gerade 600 Millionen Nutzer hatte, die mindestens 1 mal im Monat aktiv sind, sind es im Jahr 2015 mehr als 1 Mrd. Nutzer mehr! Das Unternehmen, das erst 2012 an die Börse ging (Der damalige SPIEGEL-Artikel hiess übrigens: „Der Mrd. Dollar-Flopp“) hat seitdem seinen Unternehmenswert von 102 Mrd. am Tag des IPO auf 260 Mrd. gesteigert. Während man auf Facebook postet, lädt man auf YouTube seine und fremde Filme hoch. In 2010 waren dies 24 Stunden Videomaterial, das in der Minute hochgeladen wurde. Fünf Jahre später werden 400 Stunden Video pro Minute zur Verfügung gestellt.

Energiewende: Nicht die Deutschen waren es

Während man hierzulande den politischen Atomausstieg als Grund für die Energiewende sieht, sind es in der Wirklichkeit knallharte betriebswirtschaftliche Faktoren: der Preis von LED-Lampen ging um sage und schreibe 78% zurück (von 50 auf 11 Dollar pro Kilo Lumen), die Kosten pro Megawatt-Stunde in der PV/Solar-Industrie betrugen noch 211 Dollar in 2010 und sind in 2015 auf 133 Dollar gefallen und Lithium-Ionen Batterien gingen von 1 Dollar pro Gramm auf 0,40 Dollar zurück. Neue energiesparende und erneuerbare Energien sind einfach günstiger als die alten subventionierten Branchen und gewinnen Marktanteile trotz der radikalen Senkung des Ölpreises.

Energiekosten: wer fällt schneller?

Energiekosten: wer fällt schneller?

… und manche Dingen bleiben doch gleich!

Bei soviel radikalem Umbau ist es doch für viele beruhigend, dass manche Dinge sich doch nicht verändern. So ist die Lebenserwartung der Menschheit weltweit unverändert bei 70 Jahren, der Anteil des Kontinents Afrika am Welthandel ist identisch bei nahezu 3% und die Höchstgeschwindigkeitsangabe der Boing 474 (Jumbo-Jet) ist gleich geblieben: Das Modell 2010 schafft wie das Modell vor 5 Jahren 988 km/h. Übrigens wird in 2015 nur noch 1 Flugzeug pro Monat davon hergestellt, ab 2016 soll es sogar auf 0,5 sinken. Wahrscheinlich wird in 2020 keine 747 mehr produziert….

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Natürlich ist die Veränderungsgeschwindigkeit der letzten 5 Jahre kein Indikator für die Zukunft. Aber alle Zeichen und Prognosen deuten darauf hin, dass sich das Tempo nicht verlangsamen wird. Spannend wird es dann sein wie Sie für sich und ihr Unternehmen die nächsten fünf Jahre sehen. Sind Sie bei den positiven Entwicklern oder sehen Sie schwierige Zeiten auf sich zukommen?

In meinen Vorträgen behandele ich das Thema Zukunftsfähigkeit von Menschen und Unternehmen. Jeder kann seine Zukunft selbst gestalten, wenn er nur die richtige Einstellung, das Wissen und die Instrumente hat. Wappnen Sie sich für die Zukunft – die nächsten 5 Jahre haben bereits begonnen.